Ethik des Wandels

Posted by on Feb 15, 2017 in Notizen | No Comments

Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer? Diese Frage stellt sich. Stellt sich den Menschen, die gerade in Change-Gewittern stehen in ihren Organisationen und eigentlich stellt sich die Frage uns allen.
Möglicherweise werde ich demnächst einen Coachingauftrag an eine App verlieren. Das ist interessant, weil noch nie da gewesen. Soll ich mir nun auch eine App programmieren lassen, um zukunftsfähig zu sein? Frage ich mich. Ich bin damit noch nicht fertig. Die Menschen, die ich gerade in einem grossen Veränderungsprozess begleite, fragen sich auch, ob sie zu denen mit Zukunft oder denen ohne oder sagen wir mit ungewisser Zukunft gehören. Wem gehört die Zukunft? Apps oder mir oder uns beiden?
Was mich beschäftigt ist, dass es so scheint, dass sich alte und neue Welten in Organisationen feindselig
gegenüberstehen und sich die gesellschaftliche Spaltung auch und gerade hier besonders zeigt. Das heisst zwischen Kollegen, die schon Jahre miteinander arbeiten und nun auseinanderdriften – alte Welt und neue Welt – Gewinner und Verlierer. Da fällt mir dieser Werbeslogan ein: „Das Beste aus zwei Welten.“
Darum muss es doch gehen. Die App und ich. Die Erfahrung und die Expertise aus Jahren, Jahrzehnten und die Innovation. Klingt so einfach und fällt uns doch so schwer: sich dem Neuen öffnen und das Alte würdigen. Die „Alten“ würdigen. Die Lebenswerke, die in den langen Betriebszugehörigkeiten stecken und die nun in Frage gestellt werden. Und gleichzeitig der Zauber des Neuen, der für die Innovatoren und Jungen eine grosse Verheissung bedeutet. Zukunft. Es ist für alle Beteiligten eine echte Herausforderung, die Ethik des Wandels. Respektvoll und neugierig zu sein, wenn alte und neue Welten sich begegnen. Im besten Falle entsteht ein Dialog daraus, der alle gewinnen lässt, in aller Ungewissheit.